Schlüsselfeld - Familie Storch residiert seit geraumer
Zeit am Rathaus, dafür haben sich Turmfalken auf der anderen Hauptstrassenseite
beim Gasthof "Zum Storch" einquartiert - verkehrte Welt in Schlüsselfeld!
Seit Wochen vermeidet die Stadt all das, was die Störche und ihren
Nachwuchs auf dem Rathausdach verschrecken oder gar vertreiben könnte: Keine
Böllerschüsse, kein Feuerwerk. Derartiges hat Familie Leisgang nicht
geplant und muss es deswegen auch nicht streichen, dafür höchstens die
Einkäufe ein bisschen erweitern.
Denn beim "Storch" genießen
die sechs Turmfalken Vollpension: Die fünf jungen Tiere werden täglich
zwei Mal bedient. Umgang mit dem Koch wollten die Gäste jedoch nicht, sie
ziehen Hausmeister Raimund Schlussarek vor, berichtet Storchen-Chef Georg Leisgang.

Gute
Versorgung hat sich herumgesprochen Die Turmfalken sind nicht groß
durch die Rezeption geflattert, sondern eher unbemerkt in den Saalanbau, wo sonst
eher Schwalben wohnten. "Wir haben ab und zu einen dort gesehen, uns aber
nichts weiter gedacht, " so Georg Leisgang. Und dann waren aus einem Turmfalken
plötzlich fünf geworden, wie Leisgangs eher nebenbei bemerkten.
Doch
dann passierte ein Missgeschick - eines der Jungen war aus dem Nest gefallen.
Recherchen ergaben, dass es dem kleinen Gast zu warm geworden und er ohnmächtig
geworden sein könnte. Also sorgte der Hausmeister für eine neue, bequeme
Unterkunft und dort auch für Vollversorgung: rohes Hühnchen und rohe
Pute. Die komfortablere Unterbringung sprach sich in der Familie herum und so
zogen die Geschwister - bis auf eines - nach. In die offene Voliere auf dem Vordach
kommt auch Mama Turmfalke und bringt den Kindern rohe Maus, "wenn sie meint,
die Kleinen kriegen nicht genug, mutmaßt Leisgang. Das im Nest verbliebene
Kleine ist wohl kein Feinschmecker und steht auf "Maus pur".
Da
die Kleinen seit kurzem auch Flugunterricht genießen, vermutet Leisgang,
dass seine gefiederten Gäste wohl bald den Abflug machen, bis dahin werden
sie weiterhin und selbstverständlich gratis bedient.
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